Die Vollgeld-Initiative behauptet, unser Geld sicherer zu machen und künftige Finanzkrisen zu verhindern. Für Prof. Erwin Heri, Dozent für Finanztheorie an der Uni Basel, ist das Wunschdenken. Im Interview mit finews.ch erklärt er, warum Vollgeld weit grössere Risiken schafft.

2008 liess die Finanzkrise Banken kollabieren und brachte Staaten an den Rand des Bankrotts. In diesem Umfeld entstand die Vollgeld-Initiative. Die Idee: Das Geldsystem sicherer machen, indem man die Geldschöpfung ganz der Nationalbank überlässt und Bank Runs verhindert. Für Prof. Erwin Heri begehen die Urheber aber einen Denkfehler: «Wir sollten nicht vergessen, dass die letzte Finanzkrise nichts mit Bank Runs oder Geldschöpfungsprozessen zu tun hatte, sondern mit komplexen Verbriefungen, ungenügenden Eigenkapitalausstattungen oder Schattenbanken», erklärt er gegenüber finews.ch.

Alles aufs Spiel setzen, was heute funktioniert?

Aus vergangenen Fehlern müsse man lernen und die notwendigen Korrekturen vornehmen. Die Vollgeld-Initiative will allerdings nicht korrigieren, sondern gleich alles auf den Kopf stellen. Für Heri ist das der falsche Weg: «Riskieren wir nicht noch einen Teil der 95 Prozent, die gut funktionieren, in der Hoffnung, die schlechten 5 Prozent aus der Welt zu schaffen.»

Auch die Rolle, welche die Initiative der Nationalbank zuweisen will, findet er höchst problematisch. Die heute unabhängige Institution käme enorm unter Druck. «Mir graut jetzt schon vor den politischen Verteilkämpfen über die Art und Weise, wie die Nationalbank die zu schaffenden Franken verteilen soll», so der Finanzspezialist.

Das ganze Interview unter: www.finews.ch

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