Der Bundesrat hat nun festgelegt, wann die Schweiz über die Vollgeld-Initiative entscheiden wird: am 10. Juni 2018. An jenem Sonntag haben die Stimmberechtigten die Wahl zwischen einem gut funktionierenden, bewährten Geldsystem oder einem hochriskanten Experiment.

Der Urnengang im Juni steht ganz im Zeichen des Geldes. Denn die Schweizerinnen und Schweizer können sich sowohl zum revidierten Geldspielgesetz als auch zur Vollgeld-Initiative äussern. Letztere hat sehr viel weitreichendere Konsequenzen: Sie will nämlich das gesamte Geldsystem des Landes auf den Kopf stellen. Geschäftsbanken dürften Kreditnehmern kein Buchgeld mehr zur Verfügung stellen, dafür würde die Nationalbank gezwungen, Jahr für Jahr hohe Milliardenbeträge zu verschenken.

Dass nach Umsetzung der Initiative Kontogebühren und Hypotheken deutlich teurer würden, kümmert die Vollgeld-Verfechter nicht. Viele von ihnen sind gar nicht in der Schweiz ansässig, sehen deren direktdemokratisches System aber als ideales Experimentierfeld für ihre waghalsigen Ideen. Bundesrat, Parlament, Nationalbank, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften lehnen die Initiative einhellig ab. Selbst wenn man das heutige Geldsystem nicht für perfekt hält: Es gibt keinen vernünftigen Grund, es derart radikal über den Haufen zu werfen.

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