Die Promotoren der Vollgeld-Initiative zielen mit ihrer Kampagne auf die Grossbanken, deren Geschäftstätigkeit sie einschränken wollen. Doch die Initiative trifft die gesamte Schweizer Wirtschaft und insbesondere die KMU.

Eine Umstellung auf Vollgeld würde den Schweizer Unternehmen schweren Schaden zufügen. Die negativen Folgen der Initiative bekämen vor allem die KMU zu spüren. Der Grund ist einfach: Heute können die Banken flexibel auf die Finanzierungsbedürfnisse der Kunden in ihrer Region eingehen und der Schreinerin die Vergrösserung ihrer Werkstatt und dem Dorfwirt die Modernisierung seiner Küche finanzieren. Sie schaffen dafür sogenanntes Buchgeld, das dem Konto des Kunden gutgeschrieben wird. Die Initiative will diesen Vorgang strikt verbieten.

Kompliziert, langwierig, teuer
Neu müssen Banken das Geld zuerst mühsam bei Anlegern zusammensuchen oder sich von der Nationalbank ausleihen, falls diese bereit ist, das Risiko zu übernehmen. So oder so wird der Prozess wesentlich komplizierter, langwieriger und damit auch teurer. Ausbaden müssen das vor allem die Kunden. Während sich grosse, international tätige Unternehmen allenfalls auch im Ausland nach Finanzierungsmöglichkeiten umsehen können, ist dies dem lokalen Gewerbler nicht möglich. Er muss warten und mehr zahlen – oder geht allenfalls sogar ganz leer aus.

Vollgeld als Innovationsbremse
Gemäss einer Studie der Hochschule Luzern beziehen KMU heute 89 Prozent des gesamten Geschäftskreditvolumens in der Schweiz. Zieht man hier ohne Grund die Bremse an, dann erschwert man diesen Betrieben, in Innovationen, neue Arbeitsplätze und die Infrastruktur zu investieren – kurz: in ihre Zukunft. Die Vollgeld-Initiative ist nicht durchdacht, sondern teuer und schädlich.

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